Minerva und Albus' Blog #3 - J.K. Rowling und die Sprachen

Minerva und Albus' Blog #3 - J.K. Rowling und die Sprachen

09.10.2011 21:39

Im neusten Plotter's Prophet - Blog erfahrt ihr, welche Bedeutung den antiken Sprachen in den Potter - Büchern zu Teil wird.


„Es war einmal eine junge Frau, die in einem Zug saß. Sie war am berühmten Bahnhof King's Cross in London eingestiegen und auf dem Weg nach Manchester. Zu diesem Zeitpunkt wusste sie noch nicht, dass sie selbst es einst sein würde, die den Bahnhof zu etwas ganz Besonderem machen würde. Doch sie legte auf dieser Reise bereits den Grundstein dafür – Sie erfand den weltberühmten Zauberlehrling Harry Potter.“ (www.fantasy-fans.eu/special/28)

Nachdem sie im Frühjahr 1983 in Oxford abgelehnt wurde, wo sie Sprachen studieren wollte, begann Joanne Kathleen Rowling im Herbst desselben Jahres ein Studium an der Universität Exeter. Dort beschäftigte sie sich mit Französisch und alten Sprachen. Ihr Studium schloss sie 1987 ab. Wie diese Bildung zum Inhalt der Harry Potter Bücher beitrug, seht ihr im Folgenden.

Hauptsächlich lateinische Elemente sind in den Zaubersprüchen zu finden. Beginnend bei einfachen Substantiven („nox“ = Nacht, „avis“ = Vogel, „bombarda“ = Feuergeschütz) ziehen sich die Formulierungen über kompliziertere, persönlichere Zusammensetzungen („liberacorpus“ = befrei den Körper, „expecto patronum“ = ich erwarte einen Schutzherrn) bis hin zu weniger leicht nachzuvollziehenden Kombinationen („aguamenti“ von „aqua“ = Wasser und „mens“ = Geist, Gesinnung).
Viele der Sprüche sind sogar in mehreren modernen Sprachen zu finden, da Latein als Grundlage aller romanischen Sprachen gilt (lat.: „aqua“/ span.: „agua“). Im Allgemeinen konzentriert sich JKR allerdings vor allem auf Ursprünge in den alten Sprachen, also Latein und Altgriechisch („anapneo“ = ich atme auf).

Die Wichtigkeit der alten Sprachen sehen wir auch in den drei größten Flüchen:
Der Cruciatus-Fluch, aus dem lateinischen „crucio“, bedeutet nichts anderes als „ich quäle (dich)“. „Imperio“, ebenfalls aus der lateinischen Sprache, bedeutet „durch (meinen) Befehl“. Damit haben wir eine Steigerung in der Heftigkeit dieser Flüche: Einfaches Substantiv, gebeugte Verbform, schließlich als Krönung der außergewöhnlichen Zaubersprüche einen Fluch mit aramäischer Herkunft: „Avada Kedavra“ (sinngemäß: (leicht) wie ein Gegenstand verloren gehen).

Neben den Zaubersprüchen finden sich auch in den Namen viele sprachliche Anspielungen wieder. Nicht selten lässt sich eine Person allein über ihren Namen schon ziemlich gut charakterisieren.

Am besten belegbar ist dies am wohl anhand des langen Namens von Albus Percival Wulfric Brian Dumbledore. Angefangen bei seinem Erscheinungsbild („Albus“ =„weiß“ / „Licht“ / „glückbringend“), über seine Ziele („Percival“ war ein Ritter der Artussage auf der Suche nach dem Heiligen Gral), bis hin zu seinen Fähigkeiten („Wulfric“ = „Wolfskraft“; „Brian“ = „der Starke“) kennzeichnen allein seine Vornamen Dumbledore schon ziemlich treffend. In seinem Nachnamen („Dumbledore“ = „Hummel“) finden sich zweierlei: Einerseits JKRs Sinn für Humor, andererseits aber auch die Tüchtigkeit, welche eine Hummel und Dumbledore gemein haben.

Auf der anderen Seite lässt JKR aber auch geschichtliche Elemente in die Namen mit einfließen, so geschehen bei Remus John Lupin, dessen Namen gleich eine mehrfache Anspielung auf sein „kleines Problem“ darstellt. Laut einer Sage wurden die Brüder Romulus und Remus von einer Wölfin aufgezogen (Romulus gründete später die Stadt Rom). „Lupin“ ist eine Ableitung des Wortes „lupus“ (lat. = „Wolf“). Und „John“ (lat. = „Gott ist gnädig“) mag darauf hindeuten, dass auch Werwölfe einen Platz in der Gesellschaft verdient haben.

Das Bild unten zeigt das Hogwarts-Wappen. Darunter seht ihr das Motto der Schule stehen, ebenfalls auf Latein!



„Draco dormiens numquam titillandus" = „Einen schlafenden Drachen soll man niemals kitzeln"
... womit wir wieder beim Sinn für Humor wären!

Die obige Liste könnte man wohl ewig lange fortführen – denn in wirklich jedem Zauberspruch und jedem Namen finden sich sprachliche oder historische Anspielungen.

In diesen ausgearbeiteten Details wird erneut die Genialität der Autorin deutlich, die alle sieben Romane vollständig bis zur kleinsten Kleinigkeit geplant hat. JKR – ein Sprachgenie, wie es kaum ein anderes gibt. Heutzutage ist „Harry Potter“ auf 67 Sprachen zu lesen, darunter auch Latein und Altgriechisch. Wir sehen also: Es gibt keine toten Sprachen. Latein lebt – und nicht nur in dem größten Fantasywerk unserer Zeit!

Vielleicht haben wir euch ja auf den Geschmack gebracht, nun auch mehr über die Bedeutung euer Lieblingszauber und –charaktere in Erfahrung bringen zu wollen. Unten findet ihr Links zu einigen Seiten, auf denen ihr nachschlagen könnt!

Eure
Anna-Minerva und Peter-Albus


Quellen:

HP-Lexikon zur Bedeutung der Namen: http://batwitchs-harrypotter-world.de/st...ikon_index.html
HP-Wiki für alle grundsätzlichen Infos: http://de.harry-potter.wikia.com/wiki/Hauptseite
Latein-Wörterbuch: http://albertmartin.de/latein/


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Kommentare
  • Jana-Marie
    04.11.2011 09:13

    Ich finds einfach klasse, wie ausgeklügelt JKR doch alles geplant hat!!!

  • Alina:)
    10.10.2011 21:44

    Ich finde den Blog echt super, sehr informativ und gut geschrieben.
    Es ist toll, dass ihr sowas macht! :)

  • Severus
    09.10.2011 22:25

    severe

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